„Wir trinken Kola mit Ice“

Im Rahmen seiner “Kola mit Ice” Tour brachte Moneyboy eine ordentliche Portion Swag nach Innsbruck. Wir trafen den überraschend sympathischen und großgewachsenen Rapper und sippten ein paar Drinks mit ihm.

Du hast schon einmal im Club Aftershave performt und bist jetzt im Rahmen deiner “Kola mit Ice Tour” zurück. Was ist das für ein Gefühl in Wohnzimmeratmosphäre zu rappen? Das Aftershave ist ja doch eher klein.

Ich finde das eh cool. Mir ist es wichtig, dass der Club immer voll ist, egal wie groß der Club ist. Wenn der Club klein ist, dann weiß man, dass er zu 100% voll ist und das ist nice.

 

Wenn man das in den Social-Networks so beobachtet, hast du viele Fans aber auch Kritiker. Nagt die Kritik an deinem Swag oder lässt dich das eher kalt?

Es ist jetzt eigentlich gar nicht mehr so schlimm, wie es am Anfang war. Wenn ich jetzt auf Twitter oder Facebook bin, dann sind fast alle Kommentare von Leuten die Moneyboy eh feiern und nicht haten. Ich lese momentan eigentlich nur noch die Posts von meinen Fans und wenn mich mal jemand hatet, dann kommen eh meistens die Fans und dissen den, da muss ich selbst nicht darauf reagieren. Moneyboy haten ist sowieso nicht so angesagt.

 

Auf Kritiker gehst du nicht ein. Wie sieht’s mit den Fans aus?

Ja, es ist auf jeden Fall wichtig, um die Fan-Base aufrecht zu erhalten und weiter aufzubauen. Ich als Musiker muss nahe an den Leuten dran sein, vor allem an denen, die das ganze Moneyboy-Ding supporten. Wenn ich einen Post cool finde, dann drück ich auf jeden Fall “Gefällt mir”, oder poste eine Antwort darunter. Die Fans freuen sich dann darüber und schreiben: „Nice, Moneyboy hat mein Video oder meinen Post geliked“.

 

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In deinen Videos gehst du ja etwas “dirty” mit der Frauenwelt um. Geht’s bei dir im Schlafzimmer auch so ab?

(lacht verlegen). Sorry, das ist mir zu privat. Ich sag mal so – ich mach eigentlich nicht viel anders als die Ami-Rapper und ich finde den Rap und die Videos einfach cool von denen.

 

Ami-Rap ist also cool. Irgendwelche Vorbilder?

Lil Wayne, Drake, Gucci Mane, Soulja Boy – da gibt’s viele die ich feiere. Ich bin jeden Tag mehrere Stunden online, in unterschiedlichen Message-Boards und auf allen möglichen Hip-Hop-Seiten und seh’ wenn ein neuer Trend entsteht und wer gerade gefeiert wird. Ich versuch halt auch immer aktuell zu sein. Musik von vor fünf Jahren inspiriert mich nicht – ich steh eher auf die neuen Sachen und orientiere mich daran.

 

Du selbst rappst auf Deutsch. Wer beeinflusst dich aus dem deutschsprachigen Raum?

Hm, dadurch dass ich auf Deutsch rappe gab es damals auch Rapper die mich mit ihren Rhymes und Flows beeinflusst haben. Seit ich das Moneyboy-Ding mache höre ich aber eigentlich nicht mehr viel Deutsch-Rap. Früher habe ich aber z.B. Kool Savas und Samy Deluxe gefeiert und später auch Kollegah und Farid Bang. Ich habe aber sowieso meinen eigenen Style entwickelt, auch wenn ich mich mit meinen Remixes daran orientiere, was die Rapper in Amerika so machen. Wenn man viel Musik hört, wird man automatisch beeinflusst, das ist ganz normal.

 

Um auf deinen eigenen Style einzugehen. Deine Ausdrucksweise ist schon sehr speziell. Ist das nur Show oder sprichst du wirklich so?

Die Fans feiern meinen Style und somit ist es ein Teil von Moneyboy. Ich habe damit viele Leute dazu inspiriert, selbst auch Musik zu machen und die rappen jetzt in meiner “Sprache”. So verbreitet sich dieser Style und die Leute feiern das. Es ist keine Show sondern Swag halt.

 

monnnUm Neujahr kursierte ein Satire-Artikel à la “Money Boy ist tot” im Internet. Was hältst du davon? 

Ich war jetzt nicht unbedingt ein Fan davon, aber irgendwie ist es ein gutes Promo-Ding. Jeder der sich dafür interessiert hat, hat nach ein paar Zeilen sowieso gemerkt, dass es nur ein Joke ist. Der Artikel hat sich aber weit verbreitet und mir haben auch viele Leute deswegen geschrieben. Wenn ich ein Foto auf Instagram gepostet habe, dann gab’s Reaktionen wie “Nice, Moneboy lebt doch noch”. Ich habe das einfach als Promotion betrachtet, die nicht von mir gewollt war. Außerdem habe ich spontan ein Mix-Tape erstellt: “Back from the dead“ (lacht).

 

Ich habe die Info, dass du heute schon bei McDonald’s “gefooded” hast. Ist fast food ein Teil von Moneyboy?

Ja, ich war immer schon ein großer Fan davon. Ich war schon in allen möglichen Ketten und kenn mich da auch aus – ich kenne sicher 150 verschiedene Ketten die es in Amerika gibt. Hier gibt’s halt leider nur McDonald‘s, Burger King oder Subway – nicht nice.

 

Wo schmeckt’s am besten?

Taco Bell find ich eigentlich ziemlich nice und In-N-Out Burger.

 

Deine Bilder auf Instagram und Facebook zeigen dich auch mit gesundem “Food”. Das ist reiner Zufall oder?

Naja, wenn ich nicht auswärts esse, dann koche ich immer selbst und ich denk mir, wenn man gut kochen kann, dann ist es automatisch gesundes Food. Ich esse eigentlich nur hochwertige Sachen. Ich finde auch McDonald‘s im Vergleich zu Tiefkühllasagne gesünder. McDonald’s ist gar nicht so ungesund wie alle meinen.

 

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Weg vom Essen, hin zur Musik. Gibt es ein Geheimrezept für deine Songs?

Eine Maschine muss immer geölt sein und in Bewegung bleiben. So ist das auch mit meiner Musik. Ich mache jeden Tag Musik und schreibe Texte und dann kommt automatisch irgendwann etwas Gutes dabei raus. Wenn man viel übt, dann weiß man einfach wie man einen Song zu einem Hit machen kann.  Man entwickelt dafür mit der Zeit ein Gespür. Ich habe kein Label hinter mir, das mich pusht und trotzdem schaffe ich es Hits zu liefern die gefeiert werden.

 

2010 war das Jahr des “Swags”. Mit deinem Hit “Dreh den Swag auf” hattest du sofort Erfolg. Kam das überraschend für dich?

Ich habe mir nicht erwartet dass es so schnell geht, aber es war schon mein Ziel da hinzukommen wo ich jetzt bin. Ich bin damals relativ naiv an die Sache herangegangen, so auf “Yo ich bin cool und ich mach jetzt was ,das cool und anders ist”. Ich habe damals schon gewusst, dass ich mir einen Namen damit machen werde. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob jemand da draußen besser ist, oder besser rappt als ich. Hätte ich das getan, dann wäre ich jetzt vielleicht nicht Moneyboy. Wie gesagt, ich habe nicht viel nachgedacht, ich habe es einfach gemacht.

 

HiTunes CoverHat sich auf deinem neuen Album “HiTunes” musikalisch viel verändert?

Es verändert sich bei mir regelmäßig was. Wenn ich Bock darauf habe, dann schreibe ich auch “deepe” Songs, die total real sind, aber nicht kitschig. Beim Album “HiTunes”, der Name verrät bereits alles, ging es mir mehr darum, “drogeninspirierte” Musik zu machen. Zum “upturnen” auf Partys kommt das gut an. Ich habe auf “HiTunes” auch ein bisschen mehr mit Melodien experimentiert. Mir ging’s bei diesem Album darum, Songs zu machen, die einen richtig flashen.

 

Du bist ziemlich viel unterwegs und jetzt gerade auf Tour. Wo gehst du sonst gerne feiern?

Privat geh ich eigentlich nicht wirklich aus, weil ich eh ein dichtes Programm habe und dann einfach bei meinen Shows feiere. Natürlich ist das mehr mein Job als Party und ich versuche das professionell zu machen, aber feiern und ein paar Drinks sippen kann ich ja trotzdem.

 

Klassiker: Wie geht’s weiter mit Moneyboy? 

Ich bin am expandieren und möchte kontinuierlich die Fan-Base erweitern. Die Shows werden eh schon immer größer und ich versuche jetzt einfach Hits zu liefern die abgehen. Mittlerweile sind auf meinen Konzerten nur noch Fans, die meine Songs auch mitrappen und das soll so bleiben. Ich möchte einfach so weitermachen. Ich habe eigentlich keine großen Überraschungen geplant – gute Shows, gutes Entertainment und Swag halt.